Ganz egal, ob im Bad, in der Küche oder auf den Fliesen, Kalkflecken sind immer lästig. Überall dort, wo Wasser verdunstet, bilden sich hartnäckige Kalkrückstände, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch alle Oberflächen ruinieren. Obwohl dieser Prozess auch in unserem Körper passiert, kann der Mensch Kalkrückstände aus Trinkwasser sehr gut verarbeiten, während Geräte das nicht können. Bevor man viele teure Reinigungsmittel ausprobiert, kann man versuchen, lästige Kalkflecken mit einfachen Hausmitteln loszuwerden. Hier lesen Sie, welche Tricks am schnellsten helfen…

Tipps gegen Kalkrückstände – Wie man sie schnell und dauerhaft loswird

Säure zersetzt Kalkrückstände. Um die unschönen Flecken von so gut wie jeder Oberfläche loszuwerden, machen sich zwei Hausmittel am besten; Essig und Zitronensäure. Besonders Essig hilft schnell und effektiv gegen Kalkflecken.

Warum Essig das beste Hausmittel gegen Kalkflecken ist

Ob Auslasser am Wasserhahn oder der komplett verkalkte Duschkopf, Essig löst selbst die hartnäckigsten Kalkansammlungen. Das dauert allerdings seine Zeit. Wie auch jedes andere Mittel, hat auch Essig sowohl seine Vor- als auch seine Nachteile. Bei Essig ist es besonders wichtig, wie stark er ist und was genau man mit ihm säubern möchte. Um Kalkflecken mit Essig zu entfernen, reicht einfacher Küchenessig, der 5% Säure enthält. Abhängig davon, ob man Kalkrückstände vom Duschkopf oder vom Waschbecken entfernen will, kann man den Essig entweder direkt auf die Oberfläche auftragen oder ein Küchentuch damit belegen. Ein in Essig eingetränktes Küchentuch hilft beispielsweise, wenn man den Übergang zwischen Wasserhahn und Waschbecken von Kalkflecken lösen will. Mit einem herkömmlichem Schwamm kommt man schwer an diese Übergänge heran, wogegen man das Tuch einfach um den Wasserhahn wickeln kann. So lässt man es dann für einige Stunden stehen. Die Essigsäure löst die Kalkrückstände. Danach spülen Sie alles mit Wasser ab und fertig. Ohne aggressive Mittel und ohne viel Aufwand ist alles weg und alles ist wieder blitz blank.

Wasserkocher schnell von Kalkrückständen befreien mit Essigreiniger

Jeder kennt es. Da kocht man ein paar Mal Wasser im Wasserkocher auf und schon sammelt sich am Boden ein dicker Kalkrand. Um diesen zu entfernen nehmen die meisten Leute aggressive Reinigungsmittel, schrubben oder versuchen sogar mit einem Messer den Kalkrückstand vom Boden abzukratzen. Das endet dann so, dass man das Gerät beschädigt und die Kalkflecken bleiben trotzdem haften. Um Kalkrückstände aus dem Wasserkocher zu entfernen, ohne das Gerät zu beschädigen, nehmen Sie am besten etwas Wasser und geben etwa ein halbes Glas Küchenessig hinein. Das Ganze geben Sie dann in den Wasserkocher und kochen es auf. Nach etwa 2 Minuten stellen Sie den Wasserkocher ab und lassen alles abkühlen. Sobald das Wasser kalt ist, waschen Sie den Wasserkocher aus, gießen dann sauberes Wasser ein und lassen alles erneut aufkochen. Das Ergebnis ist direkt sichtbar. Diese Prozedur wiederholen Sie dann immer, wenn sie sehen, dass sich Kalkrückstände am Boden angesammelt haben. Aufpassen müssen Sie nur, dass der Wasserkocher jedes Mal gründlich ausgewaschen wird, bevor Sie Wasser für Kaffee oder sonstiges aufkochen.

Armaturen und Dichtungen – Zitronenreiniger und seine Vorteile

Da Essigsäure Gummi angreift, verwendet man ihn nicht für Armaturen und Dichtungen. Auch moderne Kaffeemaschinen oder ähnliche Geräte sollte man nicht mit Essigsäure säubern. Komplexe Maschinen haben sehr oft Teile, die aus Gummi oder Kunststoff sind, weswegen man nie wissen kann, ob Essigsäure womöglich mehr Schaden als Vorteil bringt. Auch wenn der Wasserhahn oder die Armaturen mit einer Schicht aus Chrom bedeckt sind, kann Essigsäure schädlich sein. Hier kommt ein anderes Hausmittel zum Einsatz, die Zitronensäure.

Zitonenreiniger gegen Kalkrückstände

Viele verschiedene Obstsorten enthalten Zitronensäure. Außer, dass wir gerne Zitrusfrüchte essen, können wir mit ihnen auch sehr viel im Haushalt machen. Natürlich gewonnener Saft aus Zitronen enthält in der Regel 6-8% Säure. Im Handel kann man Zitronensäure als Pulver oder als Flüssigkeit kaufen. Ganz egal, für welches Produkt Sie sich entscheiden, die Dosierung steht meist auf der Packung. Sofern Sie das Pulver nutzen, muss dieses vorher in etwas Wasser aufgelöst werden, bevor es auf die betroffene Oberfläche aufgetragen werden darf. So gesehen, unterscheiden sich die Zitronensäure und Essigreiniger nur kaum. Der größte Unterschied besteht jedoch darin, dass Zitronensäure nicht erhitzt werden sollte. Wenn Zitronensäure erhitzt wird, entsteht Calciumcitrat. Dieser in Wasser nicht auflösbare Stoff bildet einen harten Ablag, der dem Kalk ähnlich ist. Deswegen würde es sich nicht lohnen, Kalk mit erhitzter Zitronensäure zu säubern. Wenn Sie beispielsweise eine Kaffeemaschine mit Zitronensäure reinigen möchten, kann das Calciumcitrat die Rohre dieser verstopfen.

Welche Vorteile hat die Zitrone im Gegensatz zum Essig? Zitonenreiniger als natürliches Reinigungsmittel

Obwohl die Wirkung ähnlich ist, hat Zitronensäure im Gegensatz zum Essig ihre Vorteile. Zum einen riecht sie viel angenehmer, zum anderen ist sie nicht schädlich für die Haut. Außer diesen Vorteilen, ist Zitronensäure auch besser für Gummi und Kunststoff. Sie greift diese nicht an und ist daher vielseitig einsetzbar. Sofern die Verkalkung nicht dick ist, können Sie statt konzentrierter Zitronensäure auch frischen Saft aus der Frucht nutzen. Diesen gießen Sie auf die betroffene Stelle und lassen ihn etwa 2-3 Stunden einwirken. Hinterher waschen Sie alles mit klarem Wasser aus. Das Ergebnis ist nicht nur gründliche Sauberkeit, sondern auch frischer Duft.

Wie man mit Hilfe eines Kondoms Kalkrückstände vom Wasserhahn löst

Unschön verkalkte Wasserhähne kriegt man, man glaube es oder nicht, mit Kondomen wieder sauber. Vor allem an Wasserhähnen, an denen sich nichts abschrauben lässt, sind Kondome sehr sinnvoll. Und hier lesen Sie, wie es gemacht wird: Sie nehmen heißes Wasser mit Essig. Zwei Gläser heißes Wasser mit einem halben Glas Essig reichen, um den Wasserhahn mit Hilfe eines Kondoms sauber zu kriegen. Hierzu wird das Wasser leicht erhitzt. Dann kommt der Essig hinzu. Abhängig vom Material der Oberfläche, darf die Mischung aus Wasser und Essig weder zu stark, noch zu leicht sein. Um unschöne Verfärbungen des Materials zu vermeiden, sollte die Lösung aus Essig und Wasser leichter sein. Sofern die Mischung aus Essig und Wasser kühl genug ist, geben Sie diese in das geöffnete Kondom. Sie benötigen ein Gummiband, um das Kondom hinterher festmachen zu können. Wenn die Lösung aus Wasser und Essig im Kondom ist, wickeln Sie dieses vorsichtig um den Wasserhahn herum und machen es mit dem Gummiband am Wasserhahn fest. Dann heißt es abwarten. Nach einigen Stunden können Sie das Kondom abnehmen. In der Zwischenzeit dürfte die Flüssigkeit im Kondom hellgelb sein. Die Kalkrückstände, die sich innerhalb der letzten paar Stunden nicht gelöst haben, kann man mit dem Finger abkratzen, da Kondome robust sind und keine Löcher kriegen. Bereiten Sie vorher ein Küchensieb vor und nutzen Sie, nach Bedarf, ein Küchentuch. Das Küchentuch legen Sie in das Sieb und das Ganze halten Sie unter dem Wasserhahn. Ziehen Sie nun das Kondom langsam ab, indem Sie die Gummibänder entfernen. Jetzt kann die Flüssigkeit abfließen und im Küchentuch sehen Sie, wie viel Kalk sich am Wasserhahn gefangen hat. Was Sie bei dieser Technik beachten sollten, ist, dass die Mischung keinesfalls zu stark sein sollte, weil sich so gut wie jede Oberfläche mit zu viel Säure auflösen lässt. Wenn der erste Versuch angesagt ist, reicht es, wenn man eine leichte Lösung aus Essig und Wasser mischt. Hinterher kann man diese im zweiten Durchlauf verstärken, sofern es nötig sein wird. Ansonsten kann man immer mit etwas Essig und einer Zahnbürste bei den Rückständen nachhelfen.

Was man besonders beachten sollte

Wichtig bei der Entkalkung mit Essig oder Zitrone ist, dass die Lösung nicht stark ist. Sofern Sie sich für Essig entscheiden, sollte dieser maximal zwischen 5-7% Säure enthalten. Die beste Mischung funktioniert, wenn Sie zwei Gläser Wasser mit einem halben Glas Essig vermischen. Sofern das nicht hilft, können Sie auch im zweiten Durchlauf ein Glas Wasser mit einem halben Glas Essig mischen. Das Ergebnis muss sofort sichtbar sein.